Nuklearmedizin

In unserer Praxis bieten wir eine Vielzahl von nuklearmedizinischen Diagnose- und Therapieverfahren an, welche im Folgenden als pdf Dateien geöffnet werden können. Für Terminvereinbarungen und organisatorische Fragen wenden Sie sich bitte an unsere Mitarbeiter. Für medizinische Fragestellungen stehen Ihnen Herr Prof. Dr. med. Gratz und Herr Dr. med. Kaiser gerne auch persönlich zur Verfügung.

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Eine sehr geringe Aktivität einer radioaktiven Substanz (99mTc-TCO4-)(Pertechnetat) wird in eine Armvene gespritzt und innerhalb von 15-20 Minuten von den Schilddrüsenzellen aufgenommen. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Röntgenaufnahme. Die verwendeten Substanzen werden sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Die Untersuchung wird im Liegen durchgeführt. Die Aufnahmen erfolgen mit einer Kamera, die vor Ihrer Schilddrüse (über Ihrem Kopf) positioniert wird.

Die Schilddrüsenszintigraphie ist bei folgenden Fragestellungen indiziert:
1.  Unklare Schilddrüsenwerte im Blut
2. Beurteilung  sonographisch dokumentierter SD-Knoten
3. Vor Radiojodtherapie oder Schilddrüsenoperation

(M. Basedow, der besondere Fall (englisch) 2004)

Die Schilddrüsensonographie (Ultraschalluntersuchung der Schilddrüse) ermöglicht ohne Strahlenbelastung eine Beurteilung der Größe, Form und Lage der Schilddrüse. Knotige Veränderungen der Schilddrüse können in Zusammenschau mit der Schilddrüsenszintigraphie auf ihre Gutartigkeit beurteilt werden. Sollten jedoch Unsicherheiten bestehen kann zur weiteren Abklärung die Feinnadelpunktion der Schilddrüse erfolgen. Bei Schluckbeschwerden, Missempfinden im Bereich der oberen Halsweichteile kann mit der Sonographie rasch und präzise eine Abklärung erfolgen. 

Die Feinnadelpunktion am Hals erfolgt unter sonographischer Kontrolle in Rückenlage. Nach vorheriger Desinfektion der Haut wird ein Knoten in der Schilddrüse oder im Bereich der Halsweichteile (Lymphknoten etc) mit einer sehr feinen Kanüle anpunktiert und durch Erzeugen von Unterdruck in der Spritze Gewebe abgesaugt. Anschließend wird das Punktat (abgesaugtes Gewebe, fein auf Objektträger ausgestrichen) in einem Speziallabor untersucht. Eine lokale Betäubung ist nicht notwendig, kann aber bei Nachfrage jederzeit erfolgen. Das Ergebnis der Laboruntersuchung liegt nach 48 Stunden vor.

Bei der Ganzkörperskelettszintigraphie handelt es sich um Szintigraphien, die den Knochenstoffwechselumbau untersuchen.

Diese Untersuchung kann unter anderem bei folgenden Fragestellungen angezeigt sein:

1 Entzündliche Knochen- und Gelenkerkrankungen,
2. Knochenschmerzen
3. Lockerung von Gelenkprothesen
4. Knochenbrüche oder -prellungen (auch Ermüdungsbrüche)
5 Knochenmetastasen (z. B. bei Mamma-Ca, Prostata-Ca)

6.Primäre Knochentumoren, M. Paget

Eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz (99mTc-DPD; Di-Phosphonat) wird in eine Armvene injiziert. Die Substanz wird über mehrere Stunden langsam im Skelettsystem angereichert und über die Nieren wieder ausgeschieden. Während dieser Einwirkzeit muss der Patient mindestens 1 Liter Mineralwasser trinken und häufig die Harnblase entleeren. Dadurch wird die Aufnahmequalität verbessert.

Mineralwasser ist in der Praxis ausreichend vorhanden.

Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Sie erfolgen mit einer großen Kamera, die über den ganzen Körper des Patienten gleitet. Für die Untersuchung müssen insgesamt 4 Stunden eingeplant werden.

(Skelettszintigraphie bei verschiedenen Knochenerkrankungen 2000)

(Die schmerzhafte Knieprothese 2008)

(Probleme der Knieprothese (englisch) 2008)

(Erkrankungen der Wirbelsäule (englisch) 2008)


Die lokale Reaktion eines entzündlich veränderten Gewebes besteht aus 3 Komponente

1.   Erhöhung des lokalen Blutflusses
2.   
Erhöhung der Permeabilität (Durchlässigkeit) der Gefäß- Kapillaren    (Endgefäße)
3.   
Auswanderung chemotaktisch aktivierter Leukozyten (weiße Blutkörperchen) aus den Blutgefäßen und Migration (zielgerichtete Wanderung) im Gewebe zum Entzündungsherd (Chemotaxis).

Die für den Patienten entstehenden Beschwerden bei einer Entzündung sind durch Leukozyten verursacht. Will man klären, ob z.B. Schmerzen an einem Gelenk mit Totalendoprothese (TEP) durch einen Infekt (bakterielle Erkrankung) oder durch eine Lockerung der TEP (entzündliche Reizreaktion verursacht durch die Lockerung) bedingt sind, kann man eine Immunentzündungsszintigraphie durchführen. Ähnlich der Skelettszintigraphie wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz (Monoklonaler Antikörper BW 250/183) in eine Armvene gespritzt. Aufnahmen erfolgen 4 Stunden und 24 Stunden nach der Injektion, d.h. der Patient muss an 2 aufeinander folgenden Tagen zu jeweils 2 Stunden zu uns in die Praxis kommen. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Sie erfolgen mit einer großen Kamera, die über den ganzen Körper des Patienten gleitet.

(Immunentzündungsszintigraphie:Spondylitis; mit IgG Antikörper (englisch) 1997)

(Immunentzündungsszintigraphie mit IgM Antikörper (englisch) 1998)

(Fragmentierte IgG  Antikörper bei Endokarditis (englisch) 2000)

(Koinzidenz-PET bei Spondylitis (englisch) 2002)

(Fragmentierte IgG  Antikörper zur Immunentzündungsszintigraphie (englisch) 2003)

(Septische Knieprothesenlockerung: fragmentierte IgG Antikörper (englisch) 2009)

(PET-CT bei Fieber unklarer Genese 2009)

Die Myokardszintigraphie zeigt die Durchblutung des Herzmuskels unter Belastung und in Ruhe. Die Untersuchung erfolgt an 2 aufeinander folgenden Tagen.

Tag 1: Belastung mittels Fahrradergometer oder medikamentös mit Dipyridamol
Tag 2: Ruheuntersuchung.

Untersucht werden soll, ob es Hinweise für eine Erkrankung der Herzkranzgefäße (KHK) gibt, ob Narben bei Zustand nach Herzinfarkt bestehen und wie das Ergebnis nach Bypass-OP oder Stenteinlage ausgefallen ist.

Es wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz injiziert. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie (CT). Die verwendeten Substanzen werden sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Es erfolgen Aufnahmen im Liegen, indem eine große Kamera 2x für jeweils ca. 30 Minuten möglichst dicht um den Oberkörper des Patienten kreist.

Vorbereitung:

1. Dauer der Untersuchung bis zu 3,5 Stunden: Belastung, anschließende Wartezeit von 60 Minuten, dann Szintigraphie.

2. Welche Herzmedikamente vor der Untersuchung absetzt werden soll muss der Patient mit seinem behandelnden Arzt besprechen. Eine entsprechende Liste mit Medikamenten, die abgesetzt werden sollen, liegt dem Hausarzt/Kardiologen vor oder kann durch uns per Fax. zugestellt werden.
Ein ß-Blocker sollte nach Möglichkeit 48 Stunden vorher abgesetzt werden.

3. Der Patient soll seine Medikamente am Untersuchungstag mitbringen.

4. Der Patient sollte am Untersuchungstag nüchtern kommen: Das heißt bei einem Termin morgens ohne Frühstück, bei einem späteren Termin nur mit leichtem, fettarmen Essen 4 Stunden vor der Untersuchung.

5. Etwas fettreiches (z.B. belegte Brote mit Wurst oder Käse) sollte zum essen mitgebracht werden, da der Patient für den Untersuchungsablauf in den Pausen etwas essen soll.

6. Ganz wichtig: Keinen Kaffee und keinen schwarzen Tee am Untersuchungstag! Mineralwasser kann getrunken werden.

(Diagnostischer Gerätevergleich Myokardszintigraphie 2011)
 

Die Hirn-Durchblutungs-Szintigraphie erlaubt eine genaue Bestimmung der Durchblutung und der Durchblutungsreserve des Gehirnes. Es gibt verschiedene Erkrankungen des Gehirns, bei denen die Durchblutung vermindert wird und wo die Hirn-Durchblutungs-Szintigraphie Rückschlüsse mit hoher Treffergenauigkeit auf die Grunderkrankung zulässt.

Bei Erkrankungen mit Konzentrationsstörungen und Einschränkung von Bewegungsabläufen z.B. vom Typ Morbus Alzheimer, Morbus Pick, Lewy-Körperchen-Erkrankung kommt es zu Durchblutungsstörungen einzelne Hirnareale.

Dem Patient wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz injiziert. Die Substanz verteilt sich im gesamten Gehirn in Abhängigkeit von der Durchblutung. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendeten Substanzen werden gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Sie erfolgen jeweils mit einem Gerät, das sich in ca. 45 Minuten langsam um den Kopf des Patienten dreht.

Der Patient muss etwa 2 Stunden einplanen.

(DatScan, IBZM und Hirndurchblutungsszintigraphie DMW 2008)

Die DAT Scan Szintigraphie erlaubt eine genaue Bestimmung der Funktionsfähigkeit von Dopamin-Transporter Zellen im Gehirn. Dopamin-Transporter Zellen befinden sich in Nervenverbindungen und haben die Aufgabe Dopamin zu produzieren. Diese Fähigkeit Dopamin zu produzieren kann bei verschiedenen Erkrankungen (z.B. M. Parkinson, Multi System Atrophie (MSA), Supranukleäre Blickparese (PSP) reduziert sein, bleiben beim essentiellen Tremor aber erhalten. 

Dem Patient wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz (123I-Ioflupan (123I-FP-CIT)) in die Armvene injiziert. Die Substanz reichert sich im Laufe von 4 Stunden in zentralen Hirngebieten an. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendeten Substanzen werden in der Regel gut vertragen, Nebenwirkungen und allergische Reaktionen sind keine bekannt.

Um die Schilddrüse vor einer unnötigen Belastung zu schützen, erhält der Patient zu Beginn 30 Tropfen Irenat®.

Aufnahmen werden im Liegen 3 Stunden später durchgeführt. Hierzu wird der Kopf des Patienten in einer eigens angefertigten Schale fixiert und die Augen zur Vermeidung äußerer Störeinflüsse mit einer Binde abgedeckt. Aufnahmen erfolgen mit einer Doppelkopfkamera die sich in ca. 45 Minuten langsam um den Kopf des Patienten dreht.

(Nuklearmedizinische Bildgebung in der Neurologie und Psychiatrie DMW 2008)

(DatSCAN bei M. Parkinson DMW 2008)

(MRT bei M. Parkinson DMW 2008)

(Klinik bei M. Parkinson DMW 2008)

(Therapie bei M. Parkinson DMW 2008)

Die IBZM Szintigraphie erlaubt eine genaue Bestimmung der Funktionsfähigkeit von Dopamin-Rezeptor (Empfänger) Zellen im Gehirn. Dopamin-Rezeptor Zellen befinden sich in Nervenverbindungen und haben die Aufgabe Dopamin aufzunehmen. Die IBZM Szintigraphie wird häufig in Kombination mit der DAT Scan Szintigraphie durchgeführt und erlaubt eine Unterscheidung zwischen M. Parkinson und der Multisystematrophie (MSA) bei

Parkinson (+) Syndromen.

Dem Patient wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz (123I-Iodobenzamid (123I-IBZM) in die Armvene injiziert. Die Substanz reichert sich im Laufe von 3 Stunden in zentralen Hirngebieten an. Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendeten Substanzen werden in der Regel gut vertragen, Nebenwirkungen und allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Um die Schilddrüse vor einer unnötigen Belastung zu schützen, erhält der Patient Beginn 30 Tropfen Irenat®.

Aufnahmen werden im Liegen 3 Stunden später durchgeführt. Hierzu wird der Kopf des Patienten in einer eigens angefertigten Schale fixiert und die Augen zur Vermeidung äußerer Störeinflüsse mit einer Binde abgedeckt. Aufnahmen erfolgen mit einer Doppelkopfkamera die sich in ca. 45 Minuten langsam um den Kopf des Patienten dreht.

(DatScan und IBZM bei M. Parkinson DMW 2008)

Bei der Lungen-Szintigraphie handelt es sich um die Darstellung der Durchblutung beider Lungenflügel. Diese Untersuchung wird meistens bei Patienten mit Verdacht auf Lungenarterienembolie (Verschluss einer Lungenarterie) durchgeführt. Andere Fragestellungen wie Berechnung prozentualer Funktionsanteile einzelner Lungenabschnitte (vor Lungenoperationen), Überprüfung von Lungentransplantaten, Bestimmung des shunt-Volumens (bei Herzfehlern) können ebenfalls bestimmt werden.

 Hierzu wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz intravenös injiziert. Die Substanz reichert sich über einige Stunden in den Blutgefäßen des Lungengewebes an.

Die Strahlenbelastung ist etwa vergleichbar mit einer Röntgenaufnahme der Lunge.

Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Die Aufnahmen, die mit einer großen Kamera erfolgen, werden im Liegen durchgeführt.

Der Patient muss etwa 1 Stunde hierzu einplanen.

(Lungenperfusionsszintigraphie bei Verdacht auf Lungenembolie (englisch) 2001)

Nach intravenöser Injektion einer geringen Menge einer radioaktiven Substanz werden zuerst die Durchblutung der Niere, anschließend die Aufnahme und dann die Ausscheidung der radioaktiven Substanz für jede Niere einzeln gemessen.

Bei folgenden Fragestellungen kommt die Nierenfunktionsszintigraphie zur Anwendung:

1 Nachweis und Verlaufskontrolle von Abfluss-Störung (Obstruktion)

2.Seitengetrennte Funktion, z. B. bei Harnaufstau (Hydronephrose)

3.Nierenarterien Bluthochdruck

Die Strahlenbelastung entspricht etwa einer Röntgenaufnahme. Die verwendeten Substanzen werden gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt.

Für die Untersuchung müssen insgesamt 1-2 Stunden eingeplant werden. Ca. 1 Liter Mineralwasser muss vor der Untersuchung getrunken werden.

Die Nebennieren (jeweils 1 am Oberpol der Niere) haben die Aufgabe Hormone zu produzieren. Wenn sich die Nebennieren vergrößern kommt es zu einer gesteigerten Hormonproduktion mit entsprechenden Beschwerden wie z.B. Bluthochdruck etc.. Die Nebennierenszintigraphie mit 123I-MIBG ist eine hochspezifische Untersuchungsmethode zum Nachweis einer Veränderung, genauen Lokalisation der Organvergrößerungen und Abgrenzung zu ähnlichen Strukturen wie z.B. Lymphknoten etc.

Die Nebennierenszintigraphie ist indiziert bei folgenden Fragestellungen: Nachweis von Tumoren des Nebennierenmarks, die Katecholamine produzieren können, wie zum Beispiel das Neuroblastom und das Phäochromozytom sowie deren Metastasen.                 

Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Sie erfolgen mit einer großen Kamera, die über den ganzen Körper des Patienten gleitet.

Der Patient muss für die Nebennierenszintigraphie an 3 aufeinander folgenden Tagen zu uns in die Praxis kommen. Hierzu müssen jeweils 2 Stunden eingeplant werden. (PET Diagnostik bei Nebennierentumoren 2010)

Die Nebenschilddrüsen (jeweils 4 Stück, kleine Epithelkörperchen am Ober- und Unterpol der Schilddrüse) haben die Aufgabe Hormone zu produzieren. Wenn sich die Nebenschilddrüsen vergrößern kommt es zu einer gesteigerten Hormonproduktion mit entsprechenden Beschwerden wie z.B. Knochenschmerzen, Brüchigkeit der Knochen (Osteoporose). Die Nebenschilddrüsenszintigraphie mit 99mTc-Sestamibi (Cardiolite®) ist eine hochspezifische Untersuchungsmethode zum Nachweis einer Veränderung, genauen Lokalisation der Organvergrößerungen und Abgrenzung zu ähnlichen Strukturen wie z.B. Lymphknoten etc.

Die Nebenschilddrüsenszintigraphie ist indiziert bei folgenden Fragestellungen: Nachweis eines Nebenschildrüsenadenoms bei Primärem Hyperparathyreoidismus.

Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt. Die Aufnahmen werden im Liegen durchgeführt. Sie erfolgen mit einer großen Kamera, die über den ganzen Körper des Patienten gleitet.

Der Patient muss für die Nebenschilddrüsenszintigraphie bis zu 6 Stunden einplanen.

Der Sentinel Lymphknoten (SLN) wird auch Wächter-Lymphknoten genannt. Der SLN ist der erste Lymphknoten, der z.B. in der Nähe zur weiblichen Brust (bei Mammakarzinom), zum Melanom der Haut etc. zu liegen kommt. Der SLN ist vor allem der erste Lymphknoten, über den die Lymphe aus dem Tumorgebiet drainiert (abfließt) wird. Das Auffinden des SLN und die intraoperative Entnahme des SLN geben somit wichtige Informationen über den Metastasierungsstatus der entsprechenden regionären Lymphknotengruppe. Der individuelle Nutzen für den Patienten ergibt sich aus der Reduktion der operativ zu entfernenden Lymphknoten. Gegenüber der konventionellen Lymphadenektomie ist außerdem eine wesentlich aufwendigere histologische Untersuchung von wenigen SLN möglich (z.B. Serienschnitte, Immunhistochemie).

Nach vorheriger Hautdesinfektion wird eine geringe Menge einer radioaktiven Substanz unter die Haut bei der Brustwarze oder um das Melanom gespritzt. Hierzu wird eine sehr dünne Nadel verwendet, sodass mit keinen ernsthaften Schmerzen zu rechnen ist. Erste Aufnahmen mit einer Doppelkopfkamera erfolgen 4-6 Stunden später. Hierzu liegt der Patient auf einer Liege. Der SLN wird mit einem Fettmarker auf der Haut markiert.  Die Strahlenbelastung ist vergleichbar mit einer Computertomographie. Die verwendete Substanz wird sehr gut vertragen, allergische Reaktionen sind nicht bekannt.

Die Radiosynoviorthese (im Folgenden RSO) bedeutet: Wiederherstellung/Erneuerung (Orthese) der Gelenkschleimhaut (Synovialis) mit Hilfe von radioaktiven Isotopen. Sie ist eine sehr wirksame Methode, die bei schmerzhaften entzündlichen Gelenkerkrankungen schon seit über 2 Jahrzehnten eingesetzt wird. Der Schwerpunkt der zu behandelnden Krankheiten ist die chronische Polyarthritis (entzündlicher Gelenkrheumatismus). Bei dieser Therapie handelt es sich jedoch nicht um eine ausschließlich rheumabezogene Therapieform. Mit ihr können auch andere Formen einer Synovitis/Arthritis wie z.B. Psoriasisarthritis, Morbus Bechterew mit peripherer Gelenkbeteiligung, Morbus Reiter als auch die villonoduläre Synovialitis, Lymearthritis (Borreliose) und Arthritis bei Hämophilie behandelt werden. Unter Synovialitis versteht man eine Entzündung der Gelenkschleimhaut (Synovialis). Diese entzündlich veränderte Gelenkschleimhaut kann im vorangeschrittenem Stadium den Gelenkknorpel zerstören und in den Knochen eindringen, dabei zu Zerstörungen von Bändern und Sehnen führen. Oftmals ist es nicht möglich nur durch rein medikamentöse Behandlung diesem Entzündungsprozess Einhalt zu gebieten. Oft sind auch operative Eingriffe erforderlich. Alternativ hierzu kann jedoch auch die Radiosynoviorthese in der Frühform der Gelenkentzündung eingesetzt werden. In ein erkranktes Gelenk wird mit Hilfe einer einfachen Punktion ein radioaktiver Stoff injiziert (gespritzt):

 

Großes Gelenk (Kniegelenk):                         90Yttrium-Zitrat.

Mittleres Gelenk (Schulter-,

Ellenbogen-, Hand-, Hüft-, Sprunggelenke): 186Rhenium-Sulfid.

Kleine Gelenke (Finger -und Zehengelenke): 169Erbium-Zitrat.

 

Bei diesen 3 Stoffen handelt es sich um sogenannte Betastrahler. Diese Strahler haben eine sehr kurze Reichweite von 0.5- ca. 4 mm, sind auf dieser Strecke aber zellzerstörend. Die (physikalische Halbwertszeit ist kurz: 90Yttrium-Zitrat: 2,7 Tage, 186Rhenium-Sulfid 3,7 Tage und.169Erbium-Zitrat: 9,4 Tage.)

Nach der Injektion in das Gelenk kommt es zu einer gleichmäßigen Verteilung in der Gelenkflüssigkeit. Die radioaktiven Stoffe, gebunden an winzige Partikel, werden von den oberflächlichen Zellen der kranken Gelenkschleimhaut aufgenommen, so dass sich die erwünschte Wirkung dieser radioaktiven Substanzen an der Oberfläche der kranken Gelenkschleimhaut abspielt. Im Laufe der nächsten Zeit kommt es zu einer allmählichen Verschorfung der Gelenkschleimhautoberfläche mit Abnahme der Schleimhautschwellung. Dies führt zu einer Rückbildung der Ergussflüssigkeit im Gelenk, zu einer Verminderung des Schmerzes und zu einer Besserung der Gelenkfunktion. Die Wirkung tritt allmählich ein, manchmal schon nach wenigen Tagen, in manchen Fällen auch erst nach Wochen oder Monaten. Die endgültige Wirkung lässt sich erst nach etwa 3 bis 6 Monaten beurteilen.

a.) Strahlenschutz Gruppengespräch:

Vor Durchführung einer RSO werden die Patienten zu einem Gruppenaufklärungsgespräch eingeladen (siehe hierzu Patientenaufklärungsbogen im Anhang). Diesen Aufklärungsbogen bitten wir freundlichst aus dem Internet runterzuladen, aufmerksam durchzulesen und zum Gruppenaufklärungsgespräch mitzubringen. Sobald der Patient sich zur Durchführung der RSO entschieden hat, muss dieser Aufklärungsbogen vom Patient unterschrieben werden.

b.) Durchführung der Radiosynoviorthese: 

Die Haut über dem Gelenk wird desinfiziert. Dann wird unter sterilen Bedingungen mit einer dünnen Nadel eine Punktion des Gelenkes vorgenommen, meist unter Durchleuchtung (oft mit zusätzlicher Gabe einer lokal entzündungshemmenden und schmerzlindernden Substanz (Lederlon)).Die für den Patient vorbereitete radioaktive Substanz wird dann über die liegende Nadel in das Gelenk injiziert, die Nadel wird anschließend mit Flüssigkeit durchspült um ein Verbleiben des Radionuklids im Einstichkanal zu verhindern und daraufhin herausgezogen. Nach Durchführung der Radiosynoviorthese müssen die behandelten Gelenke für 48 bis 72 Stunden ruhiggestellt werden. Zur Ruhigstellung erfolgt eine Fixation des Gelenkes durch eine orthopädische Schiene. Nach Ablauf der 72 Stunden soll das Gelenk wieder voll belastet werden.

c.) Gibt es mögliche Nachteile der Radiosynoviorthese ?

Wichtig ist, dass die radioaktive Substanz absolut sicher in die Gelenkhöhle injiziert wird, damit das gesunde Gewebe nicht zerstört wird. Daher wird unmittelbar vor der Injektion der radioaktiven Substanz eine Durchleuchtung mit einem Röntgenbildwandlergerät durchgeführt:

- Zur Beurteilung der korrekten Position der Nadel im Gelenk.

- Zur Beurteilung und Beschaffenheit der Ausdehnung der Gelenkhöhle.

Prinzipiell sind Nebenwirkungen möglich. In wenigen Fällen kann es am ersten Tag zu einer sogenannten Strahlensynovialitis kommen, die sich in einem Reizerguss äußern kann. Dann ist z.B. das Kniegelenk etwas geschwollen (mitunter sogar mehr als vorher) und manchmal überwärmt. Es kann sich ein Kribbeln oder ein leichtes Stechen im Gelenk einstellen. Mit kalten Umschlägen oder einer Eismanschette ist diese vorübergehende Erscheinung immer zu lindern. Auch die absolute Ruhigstellung des behandelten Gelenkes (siehe oben) hilft den Reizerguss zu vermeiden.

Bei nicht vollständiger Freispülung des Stichkanals oder Parainjektion („Fehlspritzen“) ist es jedoch möglich, dass im Gewebe ein kleines Radionukliddepot verbleibt. Dies äußert sich durch eine lokale Hautrötung, in sehr seltenen Fällen durch eine leichtgradige Einziehung der Haut und Gewebsnekrose (lokal verminderte Gewebsdurchblutung). Dies ist eine absolute Rarität. Eine erfolgreiche Behandlung dieser lokalen Hautveränderungen ist meistens mittels lokaler Kortisonunterspritzung möglich.

d.) Wie ist die Strahlenbelastung?

Die Strahlenbelastung beschränkt sich nahezu ausschließlich auf die kranke Gelenkschleimhaut. Die angrenzenden Gewebe werden nicht geschädigt. Aufgrund des Verbleibens des Radionuklids in der Gelenkhöhle und des weitgehend fehlenden Abtransport über das Blut werden gelenkferne Körpergegenden nicht betroffen.

Aufklärungsbogen zum Download

(Kortison und RSO Direktvergleich (englisch) 1997)

(RSO bei entzündlichen Gelenkerkrankungen 2000)

(Die Radiosynoviorthese 2002)

(Radiosynoviorthese bei Psoriasis Arthritis 2003)

(Probleme nach stattgehabter RSO (englisch) 2006)