Die Kernspintomographie oder Magnetresonanztomographie (MRT) gehört seit den 80er Jahren zu den diagnostischen Standardverfahren in der Medizin und gilt heute als Königsdisziplin der bildgebenden Diagnostik. Es handelt sich dabei um ein sehr schonendes und gut verträgliches Verfahren ohne jeden Einsatz von Röntgenstrahlung. Es erzeugt Bilder des menschlichen Körpers in allerhöchster Präzision in nahezu anatomischer Qualität durch die Verwendung eines äußeren Magnetfeldes und einer kurzzeitigen Magnetfeldänderung durch elektromagnetische Anregungsimpulse, die deutliche Klopfgeräusche während der Untersuchung erzeugen. Die Untersuchung erfolgt in Rücken- oder Bauchlage in einer nach beiden Seiten offenen Röhre. Wegen der Klopfgeräusche tragen Sie dabei einen Kopfhörer oder es werden Ohrstöpsel verwendet. Über Lautsprecher und Alarmglocke stehen Sie dabei in ständigem Kontakt mit unseren Assistentinnen.
Metallische Fremdkörper im Körper eines Patienten müssen bekannt sein, da sie das eingesetzte Magnetfeld und damit die Bildqualität beeinflussen.
Herzschrittmacher, Innenohrimplantate, unter der Haut eingesetzte Injektionssysteme , eisenhaltige Fremdkörper im Körperinneren und evtl. lange zurückliegende eingebrachte Clips im Gehirn oder am Rückenmark (vor 1995).
erstes Schwangerschaftsdrittel. Ferromagnetische Gelenk-Implantate, Schrauben/Platten und Gefäßstützen (Stents) innerhalb der ersten vier Wochen nach Implantation (moderne Titan-Implantate stellen in der Regel keine Einschränkung zur MRT mehr dar), Zahnspangen, Piercing, evtl Tatoos. In diesen Fällen erfolgt eine einzelfallabhängige Prüfung der Indikation.
Für Patienten, die unter Platzangst leiden, bieten wir MRT-Untersuchungen unter angstlösender medikamentöser Vorbereitung (z.B. Prämedikation mit Tavor Expidet sublingual) oder in Kurzzeitnarkose mit professioneller Anästhesie an (konsiliarische Betreuung durch unseren Anästhesisten Dr. Thomas Fritz). Narkose-MRTs werden bei uns schon seit ca. 20 Jahren angeboten – damals als eines der ersten MRT-Institute Deutschlands.
Patienteninformation Platzangst
Zur MRT Untersuchung sollten auch aktuelle Laborwerte vorliegen, insbesondere gilt dies bei einer zu erwartenden Kontrastmittelapplikation bei Untersuchungen einer bekannter Tumorerkrankung, der Gefäße oder der Gelenke bei rheumatischen Erkrankungen (Nierenfunktionswerte) bzw. einer Narkose-MRT zusätzlich Blutbild, Nieren- und Leberwerte.
Bitte beachten Sie: Personen mit mehr als 130 Kg Körpergewicht können wir leider nicht untersuchen.
Die MRT erlaubt eine eindeutige Differenzierung von Weichteilgeweben (Flüssigkeit, Blut, Fettgewebe, Muskeln, Sehnen und sonstiger Gewebe) und ist dabei viel exakter als die Computertomographie (CT), die Sonographie (Ultraschall) oder das konventionelle Röntgen durch den hohen Grad der anatomischen Darstellung. Auch der Kern der Knochen, der Markraum, ist im MRT exakt beurteilbar, insbesondere bei der Tumor- oder Entzündungsdiagnostik. Typische Anwendungen sind die Abklärung der Gelenke, der Wirbelsäule, des Gehirns und der inneren Organe.


Wir verfügen in unserem Zentrum über zwei moderne 1,5 Tesla-MRT der Firma General Electric (GE) mit maximal aufgerüsteter Mehrkanalspulentechnik und mit modernsten Gradienten: GE-Healthcare, Milwaukee, USA: 1,5 Tesla Signa Excite bzw. Signa Excite HD Performance/ Echospeed Plus mit 16 Kanaltechnologie.
Dabei ist unser Signa Excite Advantage HD 1,5 Tesla ein high-end System und eines der innovativsten Geräte am Markt. Das System wurde im Oktober 2005 installiert und in Betrieb genommen und wird seitdem laufend aktualisiert. Zuletzt wurden im Dezember 2006 Aktualisierungen der Spulenausstattung auf die derzeit höchste Ausbaustufe vorgenommen.
Diese neueste MRT-Generation verfügt jetzt über parallele Bildgebung mit spezieller High-Definition(HD)-Technologie und einer Premiumkonfiguration in den Bereichen Bildrechner, Gradientensystem, Spulentechnologie und Software-Ausstattung.
Ein wesentlicher Bestandteil von HD ist die parallele Bildgebung, die eine Erhöhung der Bildqualität bei gleichzeitiger Reduktion der Untersuchungszeit und damit die höchste Präzision ermöglicht.
Seit Oktober 2011 haben wir von der Firma Siemens das Magnetom Aera 1.5 T in Betrieb genommen. Dieses Gerät kombiniert modernste Mehrkanalspulentechnik (Tim 4G-Konzept) , parallele Bildgebung und DOT-Enginges mit einem offenen Design (70cm-wide-bore-Öffnung) zu einem Gerät, in dem der Patientenkomfort bei gleichzeitiger Leistungssteigerung der Messsequenzen optimiert wird. Viele Patienten mit Platzangst können so ohne Sedierung untersucht werden. Das Gerät besizt eine Vollausstattung, d.h. verfügt über alle verfügbaren , hochauflösenden Spezialspulen und bietet daher sämtliche Optionen der Ganzkörperbildgebung.

Durch spezielle angiographische Techniken kann auch eine Gefäßdarstellung mit kontrastmittelgestützter Angiographie bzw. Contrast enhanced (Ce) Angiographie erfolgen um z.B. die großen Halsgefäße, die Hauptschlagader (Aorta), die Nierenarterien und die Becken- und Beinarterien zu beurteilen.
Durch diese MRT-unterstützten angiographischen Verfahren konnten riskante invasive Kathetertechniken weitgehend ersetzt werden.
Die TRICKS-4D-Angiographie ist eine High Definition-Anwendung mit höchster räumlicher und zeitlicher Auflösung. Dabei ist eine dreidimensionale Darstellung ebenso möglich wie eine zeitaufgelöste Untersuchung etwa um den Bluteinstrom und die Kontrastmittelverteilung besser zu beobachten. Damit können auch Gelenk- Weichteilbefallsmuster bei Rheumapatienten beurteilt werden.
Die Gefäßdarstellung der Hirngefäße kann sogar als kontrastmittelunabhängige Angiographie erfolgen deren Bildinformationen über eine flussabhängige TOF(time of flight)-Angiographie gewonnen werden. Dabei tragen nur diejenigen Gefäßstrukturen zur Bildinformation bei, die sich aus der Anregungsebene mit dem Blutfluß verlagern.